Die Burgkapelle der Burg Kriebstein mit einer vollständigen spätmittelalterlichen Ausmalung

Die komplette Ausmalung der Burgkapelle der Burg Kriebstein gehört zu den vornehmsten und besterhaltensten, spätmittelalterlichen Bildprogrammen im gesamtdeutschen Raum. Sie entstand im ersten Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts und verkörperte sehr anschaulich den zu jener Zeit vorherrschenden weichen Stil und die ausgeprägte Marienverehrung.

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Das Hauptthema der Kapellenmalereien der Burg Kriebstein ist der Jungfrau Maria gewidmet. Fast durchgängig findet sich die Marienthematik in folgenden Bildern: Marienkrönung, Marientod, Anbetungsszene und die überlebensgroße apokalyptische Madonna im Strahlenkranz.

Der Themenkreis der Kapellenmalerei umfasst weitere Darstellungen der christlichen Ikonographie wie z.B. die Hölle mit dem Zuge der Verdammten, die Seelenwägung, die Legende vom Drachentöter St. Georg und dem Heiligen Martin, der mit einem Bettler seinen Mantel teilt, die Anbetung des Christenkindes und über dem Altar die Kreuzigungsszene.

Mit der Reformation in Sachsen wurden die katholischen Bildwerke in der Kapelle der Burg Kriebstein teilweise zerstört und in den nachfolgenden Jahrhunderten noch mehrmals überformt.

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Die Wandmalereien in der Kapelle der Burg Kriebstein wurden bei Sicherungsarbeiten des felsigen Baugrundes im Jahre 1933 entdeckt, freigelegt und restauriert. Schon bald zeigten sich Schäden – bedingt durch das eingebrachte Bauwasser und verstärkt durch die angewandte »Konservierungs-« Methode. Hinzu kam eine zunehmende Verschmutzung, infolge eines extensiven und ungehemmten Besucherverkehrs in der Kapelle der Burg Kriebstein. Sowohl der besorgniserregende Zustand der Wandmalereien als auch der Wunsch nach einer angemessenen Präsentation für die Öffentlichkeit, ließen die Museumsleitung der Burg Kriebstein über lange Jahre beharrlich um deren Erhalt ringen.

Die Restaurierung besitzt Modellcharakter für vergleichbare Fälle von Schadensbildern. Für die Restaurierung der Kapelle auf Burg Kriebstein waren umfangreiche bauliche Vorarbeiten bereits in den achtziger Jahren, zur Stabilisierung der bauphysikalischen Situation, notwendig.

Dank der Unterstützung durch das Landesamt für Denkmalpflege und der Hochschule für Bildende Künste Dresden kam letztendlich das alles entscheidende Projekt zur Konservierung und Restaurierung der Kapelle der Burg Kriebstein im Jahre 1994 zustande. Wir danken der Bundesstiftung Umwelt für die umfangreiche Förderung der fünfjährigen Restaurierung der Burgkapelle.

Heute steht die Kapelle der Burg Kriebstein für Ihre ganz besondere kirchliche Trauung in kleiner Gesellschaft (bis 15 Personen) zur Verfügung.